Exoskelett

KI – Künstliche Intelligenz in greifbarer Nähe

Standpunkte

Ist es wirklich schon soweit? Müssen wir Angst haben, dass uns in naher Zukunft Maschinen die wir selbst entwickelt und gebaut haben, in Sachen Intelligenz gleichwertig sind? Laut dem Forscher, Philosoph, Unternehmer und Erfinder Jürgen Schmidhuber gibt es keinen Zweifel daran, dass dies in naher Zukunft bereits möglich sein wird. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und prophezeit, dass kurze Zeit später jene Maschinen mit ihrer Rechenkraft, die der gesamten Menschheit übertreffen. Schmidhuber ist aber nicht irgendein durchgeknallter Wissenschaftler. Er ist einer der Leiter des Schweizer Künstliche-Intelligenz-Instituts IDSIA und einer der führenden europäischen Forscher im Bereich künstlicher neuronaler Netze. Wie bereits hier von uns geschrieben, investieren auch andere Unternehmen große Summen in die Erforschung der KI (Künstliche Intelligenz) wie z.B. Alphabet, Facebook oder Microsoft.

Wie überall im Leben, gibt es aber zum Thema KI auch andere Sichtweisen. Eine davon vertritt Luciano Floridi. Er ist Philosophieprofessor an der Oxford University. Laut ihm wird es keine wirkliche KI geben die auch als solche betitelt werden kann. Als Beispiel nennt er einen Computer der die Meldung bringt der Drucker sei nicht gefunden worden obwohl dieser genau daneben steht.

So stellt sich Facebookgründer Marc Zuckerberg Künstliche Intelligenz vor

 

Künstliche Intelligenz birgt Gefahren

Berühmte Wissenschaftler und Erfinder unserer Zeit wie Physiker Stephen Hawking, Tesla-Gründer Elon Musk oder Microsoft-Gründer Bill Gates warnen vor den Gefahren die intelligente Maschinen mit sich bringen könnten. So könnte die KI eigene Ziele entwickeln, zu deren Erreichung der Mensch im Weg steht. Andere Persönlichkeiten sehen dahinter bereits jetzt schon ein lukratives Geschäftsmodell. Investor Jim Breyer investiert in Firmen die KI erforschen und sieht darin eine gewaltige Chance vor allem für die Medizin- oder Finanzbranche.

Für etablierte Branchen wird es laut Analysten in Zukunft gewaltige Umbrüche geben. Kosteneinsparungen von 14 bis 33 Billionen Euro im Jahr können in Bereichen der industriellen Produktion oder der Gesundheitsfürsorge durch die Automatisierung und „kreative Distribution“ umgesetzt werden. So werden Maschinen in Zukunft nicht wie bisher nur stark vereinfachte automatisierte Arbeiten übernehmen, sondern auch Arbeitsplätze von hoch qualifizierten Menschen natürlich immer im Rahmen einer bestimmten Automation.

Im Bereich der Finanzmärkte werden bereits Programme eingesetzt, die einen Zwischenschritt zu KI markieren. Die Software legt den Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt bestimmter Investitionen alleine fest. Für die Zukunft planen die Finanzmärkte mit weiterentwickelten Versionen, die auch über längere Zeiträume selbstständig am Markt agieren.

Wenn die Fortschritte seines Teams im selben Maße weitergehen wie bisher, könnten dank der KI künstliche intelligente Haustiere schon bald Realität sein, so die Einschätzungen von Schmidhuber.

Gefühlte Intelligenz

Dass es sich dabei nicht um Lebewesen mit einem eigenen Bewusstsein handelt sondern diese lediglich so tun, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend dabei ist, wie dies vom Menschen wahrgenommen wird. Bestes Beispiel ist Apples programmiertes Interface Siri, das schon heute von manchen Menschen als ein eigenes Bewusstsein, als etwas intelligentes, wahrgenommen wird.

Unbeachtet der Fragen nach „richtiger“ Intelligenz hat Piere Lebeau vom französischen Kickstarter Keecker einen kleinen Roboter entwickelt, der verschiedene Aufgaben bzw. Services im Haus übernimmt. Der eierförmige Roboter kann sich in der Wohnung fortbewegen, Musik abspielen und ortsunabhängig Fotos und Videos an die Wand projizieren. Auch Skypen ist damit kein Problem.

Obwohl die kleinen Multimediaeier keine wirkliche Künstliche Intelligenz beinhalten, sondern nur auf Befehle reagieren und entsprechende Programme abspielen, lösen sie bei Kindern und Erwachsenen große emotionale Reaktionen aus. Auch die Frage nach dem Geschlecht, die regelmäßig gestellt wird, zeugt von einer schnellen Akzeptanz des kleinen Technikwunders.

Zusammengefasst

Resümiert lässt sich sagen, dass die KI noch in den Babyschuhen steckt. Es wird noch einige Jahre dauern bis autonome Maschinen mit wirklicher Künstlicher Intelligenz uns im Alltag begegnen. Bis dahin werden es wohl technisch sehr gut ausgetüftelte Maschinen sein, die aufgrund einer intelligenten Programmierung durch den Menschen so wirken, als ob tatsächlich ein selbst denkendes Subjekt in der Maschine steckt.

Textquelle: spiegel.de, Christian Stöcker, abgerufen am 01.03.2016

Videoquelle: youtube, Clixoom

Quelle Beitragsbild: Freeimages.com/Jean Scheijen